Menschen mit Typ-2-Diabetes haben häufig nach Beginn einer Insulintherapie Unterzuckerungen und nehmen an Körpergewicht zu, so die gängige Meinung. Warum ist das so? Die Antwort gab Dr. Tobias Wiesner bei einer Pressekonferenz von Sanofi. Außerdem gibt es neue Termine für „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 plus“.

Dr. Tobias Wiesner, Leipzig, stellte bei der Jahrespressekonferenz von Sanofi im Dezember neue Studiendaten der Basalinsulin-­Vergleichsstudie (Bright) mit Typ-2-Diabetikern vor.

Vergleich von zwei Basalinsulinen

In der Studie gab es zwei Patientengruppen, die neu auf Insulin degludec (Medikamentenname: Tresiba) oder Insulin glargin 300 E/ml (Medikamentenname: Toujeo) eingestellt wurden. Die Wirkung der Insuline auf die Stoffwechseleinstellung der Patienten wurde hier verglichen. Unter der Therapie mit beiden Insulinen sanken das HbA1c (Langzeitzucker) und der Nüchternblutzucker vergleichbar. Insulin glargin 300 E/ml zeigte vor allem in den ersten Wochen einen Vorteil bei der Reduktion von Unterzuckerungen, so Wiesner.

Dass es bei „Insulinneulingen“ häufig zu einer Gewichtszunahme kommt, thematisierte Wiesner auch. Ein Typ-2-Diabetiker mit schlecht eingestellter Stoffwechselsituation „liegt über der berühmten Nierenschwelle“, erklärte Wiesner; als Nierenschwelle bezeichnet man eine Blutzuckerschwelle, über welcher Glukose über den ­Urin ausgeschieden wird. Wird ein Patient nun neu mit Insulin therapiert und die Blutzuckerwerte sinken, bleibt die Glukose, die sonst mit dem Urin ausgespült würde, im Körper – die Nierenschwelle wird nun also unterschritten.

Die Kalorien, die vorher mit dem Urin ausgeschieden wurden, verbleiben jetzt im Körper: „Wird nun also normal weitergegessen, nimmt man zwangsläufig zu.“ Er empfahl: „Die Anzahl an Kalorien, die man zuführt, aber auch, was ich an Zucker zu mir nehme, muss etwas reduziert werden.“

Wiesner weiter: „Allein mit Lebensstilinterventionen schaffe ich es, das HbA1c zu senken.“ Er fordert eine bessere Aufklärung der Menschen: „Wenn Typ-2-Diabetiker in ein Interventionsprogramm eingeschlossen werden, ist der Effekt hoch – wenn die Patienten nur einmal gesagt bekommen: ‚Macht das!‘, dann ist es meist nicht erfolgreich.“

„Wissen was bei Diabetes zählt: ­Gesünder unter 7 plus“

Andrea Klimke-Hübner von Sanofi gab die neuen Termine der Aufklärungsaktion „Wissen was bei Diabetes zählt: ­Gesünder unter 7 plus“ bekannt (das Diabetes-Journal ist Medienpartner): Am 4. April und am 29. August können Interessierte die Aktionstage von „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 plus“ in Berlin und in Frankfurt besuchen.


von Lena Schmidt
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (1) Seite 15