Übergewichtige, die sich mit Herz-Kreislauf-Training fit halten, tun damit mehr für ihre kardiovaskuläre Gesundheit als schlanke Fitnessmuffel.

Frage: Ich bin 64 Jahre alt, mit 93 kg zu fett (1,80 m), habe Typ-2-Diabetes, und mein HbA1c-Wert liegt meistens zwischen 7,5 und 8 Prozent (57 und 64 mmol/mol). Gegen das Risiko durch mein Metabolisches Syndrom soll ich erstens abnehmen, zweitens vernünftig essen und drittens Sport machen, sagt mein Arzt.

Als wenn das alles so einfach wäre, vor allem beim Abnehmen. Ich fühle mich fit, mache 5 Tage in der Woche Sport (Radfahren und Tennisspielen), nehme aber nicht ab. Kann nicht der Sport allein das Risiko ausgleichen?

Prof. Petzoldt: Zunächst möchte ich Ihnen gratulieren, denn Sie fördern mit Ihrem Sport, weil Sie sich dabei regelmäßig und kräftig bewegen, ganz praktisch Ihre Fitness. Einige eher theoretische wissenschaftliche Untersuchungen lassen sogar vermuten, dass "mangelnde Fitness noch riskanter ist als Übergewicht, dass also Übergewichtige, die sich mit Herz-Kreislauf-Training fit halten, damit mehr für ihre kardiovaskuläre Gesundheit tun als schlanke Fitnessmuffel".

Dennoch, das grundsätzliche Ziel ist: Abnehmen und sich mehr körperlich bewegen! Beides ist und bleibt wichtig, wenn man bei Diabetes und mehr noch bei gleichzeitig bestehendem Übergewicht, Bluthochdruck und Blutfettanstieg (Metabolisches Syndrom) dem erhöhten Risiko für zusätzliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen begegnen will – vor allem für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Man sollte also, wenn irgend möglich, beides tun und erreichen: abnehmen und sich vermehrt körperlich bewegen, denn beides ist, unter dem Strich gesehen, unverzichtbar für die Herz-Kreislauf-Gesundheit.


von Prof. Dr. med. R. Petzoldt
ehem. Direktor des Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen


Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (1) Seite 34