Im letzten Teil der Serie „Lasst Pfunde purzeln!“ präsentiert unser Kolumnist Hans Lauber elf Lebensmittel, die schlank machen sowie einen Superstoff, der schlank hält.

Drei eherne Gesetze gelten im ewigen Kampf gegen die lästigen Pfunde: Wer mehr isst, als er verbraucht, nimmt zu. Wer zu viel Süßes verschlingt, wird dick. Wer sich nicht bewegt, bleibt Pummel.

Artischocke: Pflanzen-Apotheke

Unser Stoffwechsel steht auf Bitteres, weil dann die Verdauungssäfte besonders gut fließen – und eine gute Verdauung bildet die perfekte Grundlage für ein bestens balanciertes Gewicht. Eine wahre Pflanzen-Apotheke ist gerade im Frühjahr die Artischocke, weil das darin enthaltene Cynarin den Galleabfluss aus der Leber anregt. Das wiederum senkt den Cholesterinspiegel, der gerade bei Übergewichtigen oft überhöht ist.

Endivie: Heißhunger-Heiler

Rund 20 Minuten dauert es beim Essen, bis der „Bauch“ ans Gehirn funkt: „Nahrung kommt, Appetit zügeln“. Eine lange Zeit, die ausreicht, um schon locker ein paar Burger zu verdrücken. Deshalb sind Salate zu Beginn einer Mahlzeit eminent wichtig, weil sie den ganz großen Heißhunger dämpfen. Besonders gut gelingt dieser Effekt mit leicht bitteren Salaten wie Chicorée oder Endivie, die auch gleichzeitig noch die Verdauungssäfte anregen.

Essig: Zucker-Zähmer

„Nahrung ist Medizin“, weiß der große griechische Arzt Hippokrates. Besonders gut trifft das zu auf den Essig, eines der ältesten Lebensmittel der Menschheit. Zu Beginn einer Mahlzeit etwa mit Salat genossen, wird der Anstieg des Blutzuckers gedämpft, was die gefürchteten dick machenden Blutzuckerspitzen mildert. Auch wirkt das Insulin besser, was die Ausschüttung des Hormons mindert, was für Diabetiker positiv ist.

Fenchel: Doppel-Effekt

Gleich im Doppelpack entfaltet der Fenchel seine wohltuenden Wirkungen: Als schmackhaftes Gemüse wie auch als heilender Samen. Beide Male wirkt er ähnlich, hilft bei der so wichtigen guten Verdauung. Auch ist die Knolle voller faserreicher Ballaststoffe, welche schädliche Fette auf natürliche Weise abtransportieren. Ein kluges Rezept: Rohen Fenchel fein hobeln, mit Essig marinieren und mit gemörsertem Fenchelsamen bestreuen.

Leinsamen: Klopfgeist

Eine entscheidende Rolle bei der schlanken Linie bilden die Dehnungsrezeptoren der Darmwand. Wird bei diesen Rezeptoren „angeklopft“, veranlassen sie Reflexbewegungen, die helfen, die aufgenommene Nahrung mit Anstand zu entsorgen. Entfalten können die nussig schmeckenden Samen ihre segensreiche Wirkungen aber nur gequollen oder wenigstens geschrotet. Sonst werden sie weitgehend „folgenlos“ ausgeschieden.

Löwenzahn: Frühjahrskur

„Ginseng des Westens“ nennt die Heilpflanzenexpertin Ursel Bühring den Gelbblütler, der mit seinen Bitterstoffen die Verdauung befördert. Auch wird die Leber vitalisiert, das Blut gereinigt und neu gebildet, was wie eine milde Frühjahrskur wirkt. Spannend ist auch das in der Wurzel enthaltene Inulin, das als löslicher Ballaststoff der Darmflora gut tut. Frisch geschnitten adeln die zart bitteren Blätter jeden Kartoffelsalat.

Meerrettich: Freudentränen

Da bleibt kein Auge trocken, aber es fließen Freudentränen. Denn der Meerrettich strotzt vor antibiotischen Senfölen, welche die Verdauungssäfte fließen lassen, bösen Bakterien den Garaus machen und sogar den Blutdruck senken. Auch enthält der Kreuzblütler eine ordentliche Portion Vitamin C, was vor Infektionen schützt und gefährliche, gefäßgefährdende Freie Radikale einfängt. Ein spezieller Genuss im Salat sind im Frühjahr die ersten frisch ausgetriebenen Blätter.

Sauerkraut: Proud to be a Kraut

Der unter Luftausschluss vergorene Weißkohl schmeckt ausgezeichnet, strotzt vor Vitaminen (etwa das für Vegetarier wichtige B-12) und dämpft die Aufnahme von Kohlenhydraten aus der Nahrung. Deshalb gilt unser Nationalgericht Sauerkraut ähnlich wie Essig als Resorptionsverzögerer, der gefährliche, dick machende Blutzuckerspitzen abfedert. Besonders stark tritt dieser Effekt beim rohen Kraut ein. Wer´s bekömmlich mag, würzt das Gericht mit Kümmel.

Stevia: Süße ohne Reue

Zucker ist eine der wesentlichen Ursachen für das grassierende Übergewicht. Die in Südamerika seit Jahrhunderten bewährte Pflanze Stevia süßt, ohne dass dick machendes Insulin ausgeschüttet wird. Allerdings darf in industriell hergestellten Lebensmitteln nur chemisch gewonnenes Stevioglycosid verwendet werden. Aber Privatleute können selbst geerntete Blätter klein schneiden, in Wasser erwärmen (nicht erhitzen) und damit sanft süßen.

Topinambur: Inulin bremst Insulin

Ein Sonnenblumengewächs ist der nicht mit der Kartoffel verwandte Topinambur. Er enthält ein mehrkettiges Kohlenhydrat, das Inulin. Dieser Resorptionsverzögerer hält die einfachen Kohlenhydrate davon ab, zu schnell ins Blut zu schießen. So wird die Ausschüttung von dick machendem Insulin gebremst. Auch die Pharmaindustrie nutzt diesen resorptionsverzögernden Effekt mit dem Medikament „Acarbose“, das den Blutzuckeranstieg nach dem Essen dämpft.

Wildfleisch: Fettverschlinger

Gleich zwei Vorteile hat Wildes: Es ist Bio pur – und es prunkt mit Taurin. Diese Aminosäure hilft, das Fett besser zu verbrennen, was der schlanken Linie frommt. Auch hält Taurin das Cholesterin in Schach und öffnet dem Knochen-Vitamin D den Weg in den Körper. Sportler schätzen an dem Stoff, dass er die Ausdauerleistung erhöht, weshalb er gerne supplementiert wird. Meine Empfehlung: Hirschrücken in Burgundersauce mit gebackenem Topinambur.

Turnschuhe: Naturheilmittel

Es ist, wie es ist: Wer langfristig sein Gewicht halten will, braucht das Naturheilmittel Bewegung. Das muss kein Sport sein, es reichen lange Spaziergänge in flottem Tempo; es reichen Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen und gerne auch Tanzen. Optimal wird die ausdauernde Bewegung aber nur durch ergänzendes Krafttraining. Denn dadurch wird eine kontinuierliche Fett- und Glukoseverbrennung gestartet, sogar nachts. Und was gibt es Schöneres als Schlank im Schlaf.


Fünf fiese Dickmacher

Wer diese tückischen Fallen meidet, geht schlanker durchs Leben.

Limonaden: Hippes Hüftgold

Colas, gesüßte Fruchtsäfte, Limos und hippe „Energiedrinks“ sind DIE Dickmacher! Denn um diese ungeheuren Zuckerfluten zu bewältigen, schüttet der Körper gewaltige Mengen Hüftgold spendendes Insulin aus. Aber Vorsicht: Auch ein Glas frisch gepresster O-Saft wirft trotz der vitalisierenden Vitamine die Zucker-Insulin-Schaukel an. Besser sind Tees und schlichtes Wasser. Übrigens: Trockene Weine maßvoll getrunken machen tendenziell schlank.

Fast Food: Schnell fett

Sind Burger nur schlecht? Natürlich nicht. Das Fleisch ist inzwischen oft von guter Qualität. Problematisch sind die pappigen, hoch glykämischen Brötchen, die Beilagen wie Fritten und natürlich die so gerne dazu getrunkenen süßen Getränke. Selbst ein Apfelsaft kommt oft überzuckert daher, was noch eine fatale Konsequenz hat: Vor allem junge Menschen verlieren den Geschmack für das Natürliche, werden auf den künstlichen Fast-Food-Geschmack dressiert.

Nudeln: Al dente!

Italiener lieben Pasta – und essen davon kleine Portionen. Deutsche lieben Pasta – und essen sie bergeweise. Sind die Nudeln dann noch auf deutsche Art ordentlich durchgekocht, treiben sie den Blutzucker hoch und dick machendes Insulin wird ausgeschüttet. Sinnvoll ist es deshalb, die Teigwaren, aber auch ähnlich mästende Kartoffeln und den Reis, al dente zu kochen, was den Zunehmeffekt dämpft. Noch besser sind Vollkornnudeln und am Besten ist Wildreis.

Nacht-Essen: Schlafstörung

Wer ständig spätabends isst, braucht sich langfristig über Hüftringe nicht zu wundern. Kommen dann noch dickende Kohlenhydrate auf den Teller, muss der Körper kapitulieren. Wie soll er das alles abbauen? Die Folge: Es wird auch noch schlecht geschlafen, was auf lange Sicht auch dick macht. Wenn schon spät: Gedünstetes Gemüse (kein Salat), Hartkäse ohne Brot – und ein schönes Glas trockener Rotwein.

Diäten: Ja Ja, Jo Jo

Allen Warnungen zum Trotz: Der verzweifelte Glaube an die Wirkung von Abnehmkuren ist nicht auszurotten. Es klingt ja auch zu verführerisch, innerhalb weniger Wochen die Pfunde purzeln zu sehen. Und je nach gewählter Methode (etwa mit Almased) funktioniert das auch. Nur: Häufig schlägt der so gefürchtete Jo-Jo-Effekt wieder zu. Nach dem Motto „genug gefastet“, wird reingehauen – und die Waage zeigt bald wieder mehr an als zu Beginn der Diät.

Schlank mit dem Standardwerk

Klingt alles ganz spannend, aber in dieser kompakten Form vielleicht auch etwas verwirrend. Dann empfehle ich mein Buch „Zucker zähmen“, das ich mit renommierten Ärzten und Wissenschaftlern geschrieben habe, und über das der Lübecker Diabetologe Prof. Dr. med. Morten Schütt sagt: „Ein Standardwerk der Prävention, das Pflichtlektüre für Ärzte und Patienten ist“.
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Serie: Lasst Pfunde purzeln!

von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
Website: www.lauber-methode.de