Die Pubertät ist eine Zeit der großen hormonellen Veränderungen. Wie beeinflussen andere Hormone die Insulinwirkung? Und wie wirkt sich Diabetes auf die Menstruation aus?

Pubertät allgemein

  • In der Pubertät verändert sich der Körper durch die Ausschüttung von Geschlechtshormonen (bei Mädchen: Östrogene; bei Jungen: Testosteron).
  • Diese Hormone beeinflussen auch die Insulinwirkung – es ist in der Pubertät meistens mehr Insulin notwendig, um eine gute Stoffwechsellage zu erreichen. Zudem schwanken die Spiegel von Testosteron und Östrogenen im Blut je nach Tageszeit oder Zyklustag erheblich, was auch zu stärker schwankenden Blutzuckerwerten führt.
  • In der Pubertät wird zudem vermehrt Wachstumshormon ausgeschüttet (in der Regel frühmorgens) – was neben Wachstum auch zu hohen Blutzuckerspiegeln führt. Eine Folge sind hohe Blutzuckerwerte beim Aufstehen (Dawn-Phänomen). Die Ausschüttung des Wachstumshormons unterliegt allerdings noch vielen anderen Einflüssen, so dass die Werte nicht jeden Morgen erhöht sind.
  • Da durch die hormonellen Einflüsse in der Pubertät der Insulinbedarf deutlich ansteigt, sollte die Insulindosierung häufig überprüft und ggf. angepasst werden.

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Weiblicher Zyklus und Diabetes

  • Mädchen, die bereits vor der ersten Periodenblutung an Typ-1-Diabetes erkrankt sind, bekommen diese erste Blutung etwas später als Mädchen ohne Diabetes. Zudem haben Mädchen und Frauen mit Diabetes eine etwas längere Zyklusdauer (durchschnittlich 31 statt 28 Tage).
  • Das komplexe Zusammenspiel von körpereigenen Hormonen (Östrogen und Progesteron) während des weiblichen Zyklus beeinflusst auch die Insulinempfindlichkeit. Die hohen Spiegel beider Hormone kurz vor der Periodenblutung gehen meist mit erhöhten Blutzuckerspiegeln einher, weil die Insulinempfindlichkeit herabgesetzt ist. Nach dem Einsetzen der Blutung fallen diese Hormone ab, häufig sinkt dann auch der Insulinbedarf wieder.
  • Wenn Mädchen und Frauen neben ihren Glukosewerten auch ihren Zyklus im Auge behalten, können zusammen mit dem Diabetologen die Schwankungen analysiert und ein Insulinplan für die Zeit der Periodenblutung erarbeitet werden.
  • Zur Verhütung wird Mädchen und Frauen mit Diabetes meist eine Kombinations-Pille mit niedrig dosiertem Gestagen und Östrogen empfohlen – diese Kombination scheint den Zuckerstoffwechsel kaum zu beeinflussen.


von Redaktion Diabetes-Eltern-Journal
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Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2020; 12 (3) Seite 31