Die Impfung gegen Covid-19 ist derzeit eines der heiß diskutierten Themen in unserer Gesellschaft. Dabei kursieren noch immer viele Mythen und Vorurteile über Impfungen generell und insbesondere über die neuen mRNA-Impfstoffe. Auch Dr. Langers Frau Gaby hat dazu noch Fragen – die ihr unser Kolumnist in drei Sätzen beantwortet.

Wann kommt endlich der Impfstoff für die Mitarbeiter? Die Frage stellen wir uns täglich in der Dia­betes-Klinik. Bis auf die Kollegen, die nebenher im Notarztdienst Menschenleben retten, ist keiner von uns gegen COVID-19 geimpft worden. Klar, es gibt noch viel zu wenig Impfstoff, und zuerst kommen die Hochrisikogruppen dran: Hochrisiko, weil alt und besonders anfällig – oder weil an der Front und besonders gefährdet. Gemeint sind Hochbetagte und die Beschäftigten auf den Corona-Stationen in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen.

Bis auf wenige Ausnahmen würden sich unsere Mitarbeiter sofort impfen lassen. Wie meinte unser Chefarzt kürzlich in der Morgenbesprechung: „Falls Sie gegen die Impfung sind, probieren Sie es doch einfach einmal mit der Erkrankung.“ Da hat er natürlich recht, denn eine Impfkampagne ist die einzige Chance, die Pandemie einzudämmen.

Viele Kollegen von Gaby sind skeptisch

Ganz anders sieht es in der Bank aus, in der meine Frau Gaby arbeitet: „Hier gibt es viele, die sich, auch wenn sie könnten, nicht impfen lassen würden“, sagte sie die Tage. Ihr Kollege habe zu ihr gesagt: „Bevor ich mir diesen Gen-Mix spritzen lasse, sterbe ich lieber an Corona.“ Keine gute Alternative, oder?

Das derzeitig zirkulierende Corona-Virus zeigt sich von vollkommen harmlos bis rasch tödlich – für den jeweiligen Betroffenen völlig unvorhersehbar. Erfreulicherweise haben wir eine Impfung, die recht gut verträglich und ungefährlich ist. Die oft diskutierte Gefahr, Erbmaterial aus der Impfung könne sich mit dem eigenen Erbmaterial vermischen, ist völlig ausgeschlossen. „Ja, wenn das so ist, dann klär mich doch mal auf“, sagte Gaby – und: „in 3 Sätzen!“

Neuer Impfstoff – schnell erklärt

Na dann: „Normalerweise sind in einem Impfstoff abgeschwächte Krankheitserreger, die keine Erkrankung auslösen können, aber die Immunität dagegen stimulieren. Bei der Impfung gegen COVID-19 wird der Bauplan geimpft, mit dem der Körper sich eigenständig Teile vom SARS-CoV-2, also dem Virus, baut, nämlich die Stachel an der Virusoberfläche. Dagegen entwickelt der Körper eine Immunität und zerstört im Fall einer Infektion alles, was mit einem solchen Stachel aufkreuzt. Genial, wie ich finde!“

Das fand sie cool, „wenn das so einfach ist, dann müssten sich doch alle impfen lassen?!“ Richtig, es sei denn, man möchte ungeimpft darauf warten, eines Tages doch noch vom Virus erwischt zu werden: Dann bleibt nur die Hoffnung, dass das Virus lieb zu einem ist …


von Dr. Hans Langer

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.



Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (3) Seite 84