Heimische Heilpflanzen sind die Basis unserer Traditionsmedizin. Als Erster hat Hans Lauber (s. Bild oben) ihre 5 Elemente in ein geschlossenes System gebracht – nun liegt sein neues Buch vor: „TDM – Traditionelle Deutsche Medizin“. Wir haben das Werk gelesen ... und mit dem Autor gesprochen.

Herr Lauber, wie sind Sie auf das Thema gekommen?

Hans Lauber: Weil ich in meinen Vorträgen oft nach der Traditionellen Chinesischen Medizin gefragt wurde. Da habe ich dann in jahrelanger Arbeit alles zusammengetragen, was wir im deutschen Sprachraum an überliefertem Wissen haben. Bald fand ich heraus, dass heilende Pflanzen die Grundlage unserer Medizin sind – und das ist bis heute so. Denn auch die meisten modernen Medikamente haben eine pflanzliche Basis: So beruht etwa der Diabetes-Klassiker Metformin auf der Galega officinalis, der Geißraute.

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TDM – Traditionelle Deutsche Medizin

Gehen Sie mit dem Bestseller-Autor Hans Lauber in diesem Buch gemeinsam auf Entdeckungsreise zu den fünf Elementen der TDM: Naturheilkunde, Klostermedizin, Pflanzen-Pfarrer, Apotheken-Medizin und Homöopathie.
Hans Lauber; 1. Auflage 2018; 19,80 €
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Was unterscheidet Ihr Buch von anderen Heilpflanzen-Büchern?

Hans Lauber: Der viel breitere Blick auf die Heilpflanzen. Natürlich gibt es auch bei mir eine große „Hausapotheke“ mit 30 heimischen Heilpflanzen wie Kamille, die selbst zubereitet werden können. Erarbeitet mit Ursel Bühring, der führenden deutschen Phytotherapeutin. Aber für mich haben auch Wildkräuter, Streuobstwiesen, Duftpflanzen, Gemüse, ja sogar Pilze heilende Potenziale.

Wie sind die 5 Elemente entstanden?

Hans Lauber: Sie zeigen, wo die Pflanzen herkommen, wie sie einzuordnen sind. Da ist die überlieferte Naturheilkunde, wo die Menschen noch bis vor 100 Jahren ihre Präparate selbst bereitet haben; da ist die Klostermedizin, die das kurative Spektrum um Pflanzen des Mittelmeerraums erweitert hat; da sind die Pflanzen-Pfarrer wie Sebastian Kneipp, welche die Heilpflanzen in ein ganzheitliches Präventivsystem einbetten; da gibt es die Homöopathie, die mit wenig Pflanzenessenz große Wirkungen erzielt, was aber unterschiedlich gesehen wird; und da gibt es die Apotheken-Medizin mit ihren botanischen und Apothekengärten, woraus die moderne Pharmaindustrie entstanden ist.

Wie ist Ihr Verhältnis zur Schulmedizin?

Hans Lauber: Absolut positiv! Sie hat es geschafft, die Lebenszeit stark zu verlängern – und sie ermöglicht die Heilung von lange unheilbaren Krankheiten, etwa ein weitgehend normales Leben bei Typ-1-Diabetes dank des künstlichen Insulins. TDM sehe ich als absolut notwendige, preiswerte und sanfte Ergänzung zur Schulmedizin vor allem in der Prävention.


»TDM ­sehe ich als absolut notwendige, ­preiswerte und sanfte ­Ergänzung zur Schulmedizin.«
Hans Lauber


Sie schrieben vor Jahren ein „Vorläuferbuch“ zu TDM, richtig?

Hans Lauber: Ja, vor sieben Jahren. Das hieß „Macht und Magie heimischer Heilpflanzen“, und es bildet die Grundlage für das bestehende Werk. Aber alles wurde aktualisiert und überarbeitet – und vor allem der einzigartige „Heilkundeatlas“ wurde auf 66 Gesundgärten erweitert, sicher der bislang umfangreichste Überblick zu diesem Thema mit durchaus verblüffenden Einsichten: Denn wer weiß schon, dass Andernach südlich von Bonn sich in eine „essbare Stadt“ verwandelt hat.

Was haben „Gartenköche“ in einem Medizinbuch zu suchen?

Hans Lauber: Nahrung ist Medizin, postulierte schon vor Jahrtausenden Hippokrates – und es stimmt immer noch. Meine 8 Gartenköche haben eigene Gemüse- und Kräutergärten und verbinden so auf das Angenehmste Gesundheit und Genuss, etwa „Dr. Garten“ Alfons Breier, der im Oderbruch mit über 250 Kräutern kocht.

Wo sehen Sie die größten Potenziale?

Hans Lauber: Ganz sicher bei den Wildpflanzen, wo etwa Brennesseln sanft die Insulinproduktion anregen und Mädesüß die Gicht bremst. Weitgehend vergessen sind bei uns auch die segensreichen Wirkungen der Heilpilze, etwa der cholesterinbalancierende Austernsaitling.

Was ist Ihr Ziel?

Hans Lauber: Lust machen auf die Apotheke der Natur – und für deren Schutz werben, etwa durch bienenfreundliche Balkone und Gärten.


von Redaktion Diabetes-Journal
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