Seit Jahrzehnten gibt es die Insulinpumpentherapie – und ebenfalls seit Jahrzehnten gibt es kein in einer Studie geprüftes (evaluiertes) Schulungsprogramm für diese Therapieform, die immer mehr Menschen mit Diabetes nutzen. Das hat sich nun geändert, und zwar mit INPUT, dem weltweit ersten evaluierten Schulungs- und Behandlungsprogramm für Menschen mit Insulinpumpentherapie.

Das produktunabhängige INPUT basiert auf dem Empowerment-Ansatz: Das bedeutet, dass die Teilnehmer aktiv einbezogen werden und lernen, selbstbestimmt mit ihrer Pumpe und dem Diabetes umzugehen. Die reine Wissensvermittlung steht bei INPUT nicht im Vordergrund, was es auch für alle interessant macht, die schon einmal an einer Diabetesschulung teilgenommen haben.

„Schulung lebt nur, wenn sie in den Alltag transferiert wird. Die Patienten wissen schon eine ganze Menge. Sie schaffen es nur nicht, dieses Wissen jeden Tag umzusetzen“, sagt dazu der Psychologe Prof. Bernhard Kulzer, einer der INPUT-Autoren.

Geprüft wurde die Wirksamkeit des Programms in einer Studie mit 268 Teilnehmern. Die Ergebnisse: Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten diejenigen, die mit INPUT geschult worden waren, einen signifikant niedrigeren HbA1c-Wert, zudem konnte die Zahl der schweren Unterzuckerungen deutlich gesenkt werden. Höhere Werte gab es hingegen beim psychosozialen Wohlbefinden und der Behandlungskompetenz.

Entwickelt wurde INPUT vom Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) mit Unterstützung der Berlin-Chemie AG. Das Unternehmen förderte auch die Durchführung der Evaluationsstudie.


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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (7) Seite 33