Was wäre ein Sommerabend ohne ein kühles Blondes? Wer dabei auf Alkohol verzichten möchte, bedient sich aus dem reichen Angebot ohne Prozente. Um kein blaues Wunder zu erleben, lohnt es sich, genauer aufs Produkt zu schauen.

Rund 10 Mio. Bundesbürger entschieden sich 2016 regelmäßig für alkoholfreies Bier – Tendenz steigend. Brauereien bringen immer neue Varianten mit Grapefruit-, Orangen- oder Zitronengeschmack (Flavour) auf den Markt. Im Hinblick auf den Blutzucker lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Denn der Kohlenhydratgehalt solcher Biere kann höher liegen als bei alkoholhaltigen Sorten – egal, ob es sich um Pils, Kölsch, Weizenbier oder Bier mit Flavour handelt.

Alkoholgehalt wird unterschätzt

Steht auf der Flasche "alkoholfrei", so gehen, laut einer repräsentativen Studie des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) rund 70 Prozent der Befragten davon aus, dass keinerlei Alkohol im Bier steckt; laut Nicole Oschwald (SGS Institut Fresenius; SGS: Société Générale de Surveillance) ist es aber so: "Lebensmittelrechtlich erlaubt ist hier ein Alkoholgehalt von bis zu 0,5 Volumenprozent. Für ein Getränk, das hingegen die Kennzeichnung ‚ohne Alkohol‘ tragen soll, muss der Hersteller einen Alkoholgehalt von 0,0 Volumenprozent belegen."

Um für mehr Klarheit zu sorgen, haben sich 2015 der vzbv und der Deutsche Brauer-Bund (DBB) darauf geeinigt, dass Brauereien, die zum DBB gehören, freiwillig auf den Restalkoholgehalt in alkoholfreiem Bier hinweisen. Der Forderung der Verbraucherzentralen, den Begriff "alkoholfrei" nur zu verwenden, wenn ein Bier 0,0 Volumenprozent Alkohol enthält, folgten die Brauer nicht.

Der DBB erklärte sich jedoch bereit, die Erläuterung "Alk. < 0,5 % vol." oder eine vergleichbare Formulierung auf ihren "alkoholfreien" Biersorten zu etikettieren. DBB-Brauer sind u. a. Bitburger, Krombacher, Radeberger, Warsteiner.


von Kirsten Metternich
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de


Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (8) Seite 32