Ungewohnte Neuerungen haben es bei uns nicht leicht – sei es in der Technik, sei es in der Medizin, sagt Hans Lauber im Gespräch mit dem Diabetes-Journal.

Warum ist das iPhone so erfolgreich?

Hans Lauber: Erstmals vereinigt es fünf vorher getrennte Funktionen in einem Gerät: Es ist gleichzeitig Mobiltelefon, Digitalkamera, Internet-Terminal, Fernseher und Musikmaschine – und es ist extrem leicht zu bedienen. Damit ist das vor zehn Jahren von Steve Jobs entwickelte iPhone zum milliardenfachen Vorbild für alle anderen Smartphones geworden, und es hat unser Leben tiefgreifend verändert – auch wenn sicher nicht alles positiv zu sehen ist.

Was ist die wichtigste Entwicklung von Steve Jobs?

Hans Lauber: An sich hat er nichts wirklich Neues entwickelt, sondern klug vorhandene Funktionen zusammengefasst und daraus etwas völlig Eigenständiges gemacht. So gab es 2007 durchaus schon Smartphones, aber die hatten Tasten, waren umständlich zu bedienen. Der Durchbruch kam mit der berührungsempfindlichen Oberfläche, über die alles verbunden und gesteuert wird. Das verstehen die meisten intuitiv, das hat den Erfolg ermöglicht. Interessanterweise enthält das iPhone übrigens auch viele Technologien, die in Deutschland entwickelt wurden.

Hätte das iPhone also auch in Deutschland entstehen können?

Hans Lauber: Wohl nicht. Unsere Ingenieure und Firmenlenker sind unschlagbar, wenn es darum geht, Bestehendes zu optimieren, etwa aus einem Motor noch das letzte Prozent mehr Wirkungsgrad herauskitzeln. Sie fürchten sich aber vor dem wirklich Neuem. Hätte so ein Gerät bei uns ein Ingenieur konfiguriert, wäre er auf eine Welle der Ablehnung gestoßen. Denn bei uns herrscht die Ideologie „Das haben wir immer so gemacht“. Uns fehlt einfach die spielerische Neugier, auch einmal völlig neue Wege zu gehen – um so zu völlig neuen Lösungen zu kommen.

Was hat das alles mit TDM zu tun?

Hans Lauber: Ganz viel. Auch ich habe Vorhandenes zusammen getragen, nämlich unser tradiertes Heilkundewissen. Das alles habe ich systematisiert, um daraus etwas ganz Neues zu schaffen. Waren es bei Steve Jobs fünf Funktionen, sind es bei mir fünf Elemente: Die Klostermedizin mit ihren inspirierenden Gärten und einem unfassbar großen Wissen, das längst nicht vollständig erschlossen ist; die Naturheilkunde mit ihren Wildkräutern, ihrem Streuobst, den Heilpilzen; die Pflanzen-Pfarrer wie Sebastian Kneipp, deren präventiver Ansatz gerade heute hochaktuell ist; die Homöopathie, die zusammen mit der anthroposophischen Medizin den Menschen ganzheitlich sieht; die Apotheken-Medizin, denn aus den Pharmazien ist unsere heutige Pharma-Industrie entstanden.

Gibt es auch eine Analogie zur berührungsempfindlichen Oberfläche?

Hans Lauber: Interessanterweise ja: Was bei Steve Jobs das Touch Screen ist, das sind bei mir die Pflanzen, welche als verbindendes Band alle Elemente verknüpfen. Das ist nicht überraschend, denn bis vor rund 100 Jahren bestand unsere Medizin im wesentlichen aus dem, was uns die Natur schenkte.


»Steve Job's fünf Funktionen sind meine fünf Elemente«


Klingt überzeugend, aber wo bleibt der Job´sche Erfolg?

Hans Lauber: Ja, stimmt, da ist noch Luft nach oben – auch wenn wir schon über tausend Bücher verkauft haben. Aber hier sind wir auch wieder beim Unterschied zwischen Deutschland und den USA. Dort habe ich TDM auch schon präsentiert – und die Menschen waren gleich Feuer und Flamme, fragten, warum ich das nicht ins Englische übertrage. Das freut mich natürlich, aber gerade bei diesem Thema ist mein Platz hier. Auch wenn hier die Menschen halt erst einmal skeptisch sind, was ich ein Stück weit nachvollziehen kann. Schließlich habe ich ein ganz neues Gedankengebäude errichtet, was erst einmal verstanden werden muss.

Was stimmt Sie optimistisch?

Hans Lauber: Meine Erfahrungen mit „Fit wie ein Diabetiker“. Da schüttelten die meisten erst einmal den Kopf darüber, dass ich die Stoffwechselstörung Typ-2-Diabetes auch als eine große Chance für eine nachhaltige Fitness gesehen habe. Irgendwann hat´s dann geklickt – und inzwischen ist das Buch das meistverkaufte Werk über Diabetes in Deutschland. So wird es auch mit TDM gehen.

Ist TDM auch etwas für Diabetiker?

Hans Lauber: Gerade die chronischen Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, Rheuma, Übergewicht sind prädestiniert für die Traditionsmedizin. Wie das geht, habe ich am Beispiel des Typ-2-Diabetes, den ich auch Lifestyle-Diabetes nenne, in einem eigenen Kasten am Schluss dieses Gesprächs skizziert, wobei der wichtigste Unterschied zur reinen Schulmedizin ist, dass die Betroffenen ein aktiver Teil ihres Heilungsprozesses sind. So werden aus passiven Patienten aktive Aktienten.

Wie reagieren die Menschen auf TDM?

Hans Lauber: Sehr aufgeschlossen, vor allem Frauen, denn es gibt ein Urvertrauen in die Heilkunde aus der Natur. Aber viele wissen nicht genau, was sie verwenden können. Deshalb habe ich mit der führenden Phytotherapeutin Ursel Bühring aus Freiburg eine „Hausapotheke“ mit 30 heimischen Heilpflanzen zusammengestellt, die selbst sicher verwendet werden können. Auch merke ich ein großes Interesse an Gärten mit heilenden Pflanzen – deshalb habe ich einen „Heilkundeatlas“ mit 66 Gesundgärten erstellt, wobei dazu auch Bauerngärten und die „Essbare Stadt Andernach“ gehören. Unsere Traditionsmedizin ist eben viel facettenreicher als viele glauben.


»Auch die Essbare Stadt Andernach ist Teil von TDM«


Was ist mit den Ärzten?

Hans Lauber: Prinzipiell sind sie neugierig, aber bis TDM ein Teil des ärztlichen Alltags wird, ist es noch ein langer Weg. Denn der Grundansatz von TDM lautet, gar nicht erst krank zu werden – es ist also ein Präventionsbuch. Der Grundansatz unserer Medizin ist, Krankheit zu behandeln – die Prävention spielt kaum eine Rolle, weil sie nicht honoriert wird.

Wie ist es mit den Journalisten?

Hans Lauber: Sie sind es gewohnt, in Kästchen zu denken – und TDM passt in kein vorhandenes Kästchen. Es ist ein ganz neuer Kasten. Doch den will kaum einer öffnen, lieber wird etwas schon Vertrautes herausgegriffen, etwa die Heilpflanzen, aber nie das umfassende System gewürdigt. Das liegt natürlich auch daran, dass die meisten Redaktionen so ausgedünnt sind, dass kaum jemand Zeit und Muße hat, sich in eine so vielschichtige ganzheitliche Materie einzuarbeiten.

Ist der Vorbehalt gegen Ganzheitsmedizin neu?

Hans Lauber: Überhaupt nicht. Der wirkungsmächtigste deutsche Heilkundler war Pfarrer Sebastian Kneipp – und der musste sich sein Leben lang mit der etablierten Ärzteschaft, mit der Presse herumschlagen, wurde mit Vorwürfen und Prozessen überzogen, die sich allesamt als haltlos erwiesen. Leider ist es halt oft so, dass sich mit Krankheit mehr Geld verdienen lässt als mit Gesundheit.

Sind Sie die falsche Person für das TDM-Projekt?

Hans Lauber: Eine berechtigte Frage. In Deutschland herrscht immer noch ein sehr großer Glaube an die Weisheit der „Weißkittel“, obwohl deren scheinbar eherne Gewissheiten sich auch als falsch erweisen können, wie etwa der bis in die jüngste Zeit geltende Leitsatz „Zucker hat nichts mit Diabetes zu tun“. Für die langfristige Akzeptanz wird es aber kein Nachteil sein, dass ich weder Arzt noch Apotheker bin.

Was macht Sie da so sicher?

Hans Lauber: Der scheinbare Nachteil ist in Wirklichkeit ein Vorteil. Denn prinzipiell konnte wahrscheinlich nur jemand wie ich als Nicht-Arzt diesen Blick ins große Ganze wagen. Denn ich muss nicht auf die Befindlichkeiten der anderen Rücksicht nehmen, ich kann locker über die Schützengräben marschieren, in denen die meisten Heilberufler befangen sind. Wichtig ist für mich nur, dass ich den Menschen keinen Unsinn erzähle – und dafür habe ich mir in den letzten bald 20 Jahren als Medizinautor ein gutes Netzwerk an Ärzten und Heilkundigen geschaffen, wie etwa die Heilpflanzenexpertin Ursel Bühring, auf deren Rat ich gerne höre. Zugute kommt mir auch, dass ich als Technologieredakteur jahrzehntelang gelernt habe, aus disparaten Meinungen eine konsistente Geschichte zu kompilieren.

Könnten Sie etwas von Steve Jobs lernen?

Hans Lauber: Ja, noch einfacher werden, noch reduzierter. Und die ganz große PR-Maschine ans Laufen bringen, denn auch der Apple-Erfolg wäre ohne massives Marketing nicht möglich gewesen. Dafür fehlt natürlich das Geld. Aber ich bin sicher, dass TDM ein gewaltiges Potential birgt, die Zeit ist einfach reif für so ein Konzept – schon deshalb, weil in einer alternden Gesellschaft die Medizin sonst nicht mehr bezahlbar ist.

Was wäre Ihr Wunsch?

Hans Lauber: Dass sich viele schulmedizinische Ärzte den breiten Angeboten von TDM öffnen – und nicht bei jedem Wehwehchen sofort zum Rezeptblock greifen. Sondern sich viel intensiver mit den pflanzlichen Heilmitteln, wie etwa Wildpflanzen, mit heimischen Heilpilzen, aber auch mit der uralten Aromatherapie befassen – und den Menschen die Vorteile des eigenen Gärtnerns nahelegen, was auch die so dringend nötige Bewegung fördert. So wie es heute TCM-Ärzte gibt, so muss es künftig auch TDM-Ärzte geben – und die würden auch besser zu unserer grundlegenden Natur passen. Denn alle Traditionsmedizinen speisen sich immer aus drei Komponenten: Den Menschen, dem Klima, den Pflanzen. Und bei uns wächst halt nun einmal etwas anderes als in China.


»So wie es TCM-Ärzte gibt, wird es auch TDM-Ärzte geben«


Was macht Ihnen Mut?

Hans Lauber: Ein Satz von Kirchheim-Verlagsmann Hanno Schorlemmer, mit dem ich seit über 15 Jahren zusammenarbeite: „Wir glauben an das TDM-Buch und seinen Erfolg“. Genau so eine langfristige Denkweise braucht es, um einen visionären Ansatz wie TDM durchzusetzen. Auch freut mich ein Zitat des Mindener Diabetologen Dr. med. Meinolf Behrens: „Mit seinem tollen Cover zeigt TDM uns Schulmedizinern, welche großartigen Chancen die Traditionsmedizin birgt – etwa die faszinierenden Dimensionen der heimischen Wildpflanzen. Die Patienten sind höchst aufgeschlossen für dieses leider vielfach verschwundene Wissen“.

Wie geht es weiter?

Hans Lauber: Im mustergültigen Garten des Klosters Seligenstadt bei Aschaffenburg werde ich einen Film drehen, wo ich in die Rolle wichtiger Protagonisten unserer Traditionsmedizin trete, etwa als Klostergarten-Visionär Walahfrid Strabo von der Reichenau; als Paracelsus, wo ich zeige, wie dessen Signaturenlehre den Pflanzen ihre heilenden Geheimnisse ablauscht. Und natürlich als Sebastian Kneipp, wo ich mit Freude seinen Leitsatz zitiere: „Bewegt euch tüchtig – und es schadet nichts, dabei einen Hügel zu erklimmen und ins Schwitzen zu geraten“.

Im Kirchheim-Shop:

TDM – Traditionelle Deutsche Medizin

Eine Entdeckungsreise zu den fünf Elementen der TDM: Naturheilkunde, Klostermedizin, Pflanzen-Pfarrer, Apotheken-Medizin und Homöopathie.
Hans Lauber; 1. Auflage 2018; 19,80 €
zum Kirchheim-Shop

12 Gebote unserer überlieferten Heilkunde

Das gehört zu TDM Traditionelle Deutsche Medizin:

Heimische Heilpflanzen,
weil sie an unser Klima, an unseren Menschentypus und an unsere Krankheiten ideal angepasst sind.

Wildkräuter,
weil sie mehr Proteine, mehr Mineralien, mehr Vitamine und mehr Antioxidantien als Gezüchtetes haben.

Streuobst,
weil es von Natur aus widerstandfähiger ist, deshalb weniger Spritzmittel braucht und oft auch weniger Allergien auslöst.

Kleingärten,
weil darin überwiegend naturnah gegärtnert wird und weil heimische Sorten gepflanzt werden, die uns gut tun.

Botanische Gärten,
weil sie die biologische Vielfalt und viele vom Aussterben bedrohte Pflanzen vorbildlich schützen.

Klostergärten,
weil sie mit ihrer spirituellen Dimension Paradiese auf Erden sind, deren Kraft bis heute wirkt.

Gartenköche,
weil sie mit frischen Kräutern und Gemüsen aus eigenem Anbau unschlagbar vital kochen können.

Hildegard von Bingen,
weil die Vollenderin der Klostermedizin das volkskundliche Wissen der Kräuterfrauen in die Medizin überführte.

Parcelsus,
weil der größte Arzt des Mittelalters schon vor 500 Jahren wusste, dass jeder Mensch ein eigenes Medikament braucht.

Sebastian Kneipp,
weil er in seiner „Apotheke“ rund 50 heilende Kräuter empfohlen hat, die sich auch Arme leisten können, etwa Schachtelhalm bei Blutungen.

Homöopathie,
weil sie trotz aller Kontroversen eine ganzheitliche Medizin ist, die sich vor allem bei leichteren Leiden bewährt.

Demeter,
weil die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise die Bodengesundheit betont – und sie damit die Landwirtschaft der Zukunft ist.

So hilft TDM bei Diabetes


Bald zehn Millionen Menschen sind vom Typ-2-Diabetes allein in Deutschland betroffen. In ganz vielen Fällen eine Folge von Übergewicht, permanenten Entzündungen und mangelnder Bewegung. Hier sind die fünf Elemente von TDM Traditionelle Deutsche Medizin ideal geeignet, den Menschen zu helfen.

Homöopathie/Anthroposophie: Zwei medizinische Ansätze, die den Menschen als Ganzes sehen – und so zu umfassenderen Diagnosen kommen. Denn der Typ-2-Diabetes ist ganz häufig auch eine Folge von permanenter Überforderung, von zu viel Stress, was oft zum Frustessen führt – und Übergewicht ist die Hauptursache des Lifestyle-Diabetes. Also gilt es, einen Weg zum inneren Gleichgewicht zu weisen, was hilft, die Diabetes-Ursache permanente Entzündungen zu mildern.

Klostermedizin: Eine spirituelle Dimension hat diese Medizin des Mittelalters. Auf den Diabetes bezogen, ist sie somit eine Einladung zur Meditation, seine Mitte zu finden. Wer etwa einen Tag im wunderbaren Garten des Klosters Seligenstadt bei Aschaffenburg verbringt, taucht ein in eine neue Welt – und bekommt vielleicht sogar Lust, selbst zu gärtnern. Eine der Wurzeln der Klostermedizin ist der große Arzt Hippokrates, der schon ganz früh postulierte: Nahrung ist Medizin. Und eine ganz besondere „Medizin“ empfiehlt die große Klosterfrau Hildegard von Bingen: „Bier macht das Fleisch des Menschen stark und gibt dem Gesicht aufgrund der Kraft und des gesunden Saftes eine schöne Farbe“. Aber es gilt für den Genuss des Vitamin-B-haltigen (Vitamin B3 hilft gegen chronische Entzündungen) Getränks eine weitere wichtige Klosterregel: „Im Maße liegt die Ordnung“.

Naturheilkunde: Ein Füllhorn an Diabetes-Therapien bietet unsere Natur. An erster Stelle stehen hier die Heilpflanzen. So enthalten Extrakte der Brennessel-Blätter Stoffe wie Sitosterol, welche die Insulinproduktion anregen. Sehr gut lassen sich die Brennessel-Blätter wie Spinat zubereiten, ideal mit frischem Knoblauch, der das Insulin besser wirken lässt – und schlecht wirkendes Insulin ist eine wichtige Diabetes-Ursache.

Völlig vergessen in der Therapie des Zuckers sind die Heilpilze. So wird dem Coprinus, also dem uns gut wachsenden Schopftintling, eine Blutzucker senkende Wirkung zugesprochen. Auch den Wirkstoffkompflexen des Maitake, dem Klapperschwamm, werden deutlich positive Einflüsse auf den Blutzuckerspiegel nachgesagt.

Bewährt sich bei Diabetes: Schopftintling

Viele Diabetiker klagen über seelische Verstimmungen. Hier kann die uralte Aromatherapie mit ihren ätherischen Ölen, etwa aus dem Lavendel, wirksam helfen. Auch wirken viele Öle, etwa aus dem Thymian, antibakteriell.

Pflanzen-Pfarrer: Wie eine Anleitung zur Diabetes-Prävention liest sich der Bestseller von Sebastian Kneipp „Meine Wasserkur“. Seine Wasser-Therapie stärkt auf nachhaltige Weise das bei vielen Diabetikern angegriffene Immunsystem. Kneipps Ernährungslehre arbeitet mit viel frischem Gemüse, was schonend zubereitet wird – entspricht also den aktuellen Empfehlungen einer Diabetes-gerechten Genussküche.

Kneipps Phytotherapie schließlich empfiehlt bei Diabetes den Bockshornklee, der leicht bitter ist. Überhaupt liebt der Pfarrer das Bittere und den Bittersten der bitteren Stoffe lobt er in höchsten Tönen: „Wermut leitet die Magenwinde aus, verbessert die Magensäfte und bereitet eine gute Verdauung“. Eine gute Verdauung wiederum ist die Grundlage für ein gesundes Leben.

Apothekenmedizin: Die Natur kann viel bewirken, aber manchmal stößt sie auch an Grenzen – und es braucht Medikamente. Das Mittel der ersten Wahl ist da beim Typ-2-Diabetes Metformin, was aber wiederum einen starken pflanzlichen Ursprung. Das Mittel, welches das Insulin besser wirken lässt, beruht nämlich auf der Galega officinalis. Die Geißraute wächst gut bei uns, doch wird von einem direkten Verzehr wegen der darin enthaltenen Alkaloide abgeraten.

Ebenfalls eingesetzt wird Acarbose, ein Medikament, das dafür sorgt, dass die Kohlenhydrate der Nahrung nicht so schnell Blutzucker ansteigend ins Blut flutschen. Eine ähnliche Wirkung haben aber auch pflanzliche Stoffe, wie etwa Schwarzwurzeln und Topinambur. Es ist halt so, dass sich Natur- und Schulmedizin immer wieder verschränken.

Fazit: So wie Steve Jobs mit dem iPhone das Tor zu einer neuen Welt aufgestoßen hat, so vergrößert TDM enorm die Bandbreite der Diagnosen und Therapien des Typ-2-Diabetes – und die Traditionsmedizin integriert auch bewusst die Betroffenen nach der Devise: „Ich hab was, ich mach was!“ Statt wie häufig: Ich hab was, ich nehm was.

Im Interview: Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
Website: www.lauber-methode.de