Aufwachsen und groß werden – so normal wie möglich: Nach diesem Motto werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes und ihre Familien im Kinderdiabeteszentrum am Clementine Kinderhospital in Frankfurt am Main betreut.

Das Kinderdiabetesteam besteht aus einem interdisziplinären Team: eine Diabetologin, eine Ärztin in Weiterbildung Diabetologie, eine Diabetesberaterin in Vollzeit, eine Diabetesberaterin/Ernährungsberaterin in Teilzeit, eine Kinderkrankenschwester in Weiterbildung zur Diabetesberaterin, mehrere Psychologinnen/-en, eine Sozialarbeiterin, Physiotherapeuten, eine Medizinische Fachangestellte und erfahrene Kinderkrankenschwestern auf der Station.

Betreut werden pro Quartal ca. 200 Kinder und Jugendliche mit Diabetes bis zum 18. Lebensjahr. Die meisten Patienten haben Typ-1-Diabetes, seltenere Formen (Typ-2-Diabetes, MODY, neonataler Diabetes) sind auch mit dabei. Seit Juli 2017 ist die Einrichtung DDG-zertifiziert und erfüllt damit die hohen Qualitätsanforderungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes.

Es finden viele Schulungen zu unterschiedlichen Themen sowohl ambulant als auch stationär statt: Pumpenneueinstellung, Insulinkorrektureinstellung, Förderung der Selbständigkeit (z. B. bei der Einschulung („Fit für die Schule“), CGM (SuP), außerdem Schulungen speziell für Väter („Papa-Schulung“), für Erzieherinnen und Lehrer/Lehrerinnen und viele mehr.

Schwerpunkt auf der Technologie

Ein besonderer Fokus liegt auf den technologischen Möglichkeiten. „Fast alle unsere Patienten sind inzwischen mit einem Glukosesensor versorgt und die meisten Kinder und Jugendlichen tragen eine Insulinpumpe. Dank der modernen Diabetestechnologien gewinnen die Kinder und ihre Familien Lebensqualität wieder, die Stoffwechseleinstellung ist besser und das Diabetesmanagement gestaltet sich einfacher“, sagt dazu Oberärztin Dr. Louisa van den Boom.

Psychologische Unterstützung wird allen Patienten nicht nur bei Manifestation angeboten, sondern bei Bedarf auch im weiteren Verlauf. Wird der Diabetes zu einer unüberwindbaren Belastung und die Kinder und Jugendlichen haben große Probleme, ihn in den Alltag zu integrieren und zu akzeptieren, so ist die stationäre Aufnahme in die Abteilung für Psychosomatik möglich. Es besteht eine enge Kooperation zwischen Diabetologie und Psychosomatik und zudem eine gute Zusammenarbeit zwischen Kinderneurologie und Diabetologie.

Kinder und Jugendliche mit Diabetes, die aus unterschiedlichsten Gründen (Trauma, Gehirntumor, Entzündung u. ä.) eine neurologische Reha brauchen, werden vom Kinderdiabetesteam mitbetreut und die Stoffwechseleinstellung den teilweise schwer kranken Patienten angepasst.

Clementine Kinderhospital
Kinder- und Jugenddiabetologie, Leitung: Dr. med. Louisa van den Boom, Oberärztin der Allgemeinen Kinderheilkunde, Diabetologie, Theobald-Christ-Straße 16, 60316 Frankfurt am Main, Tel.: 069/94 99 2-307 E-Mail: kinderdiabetologie@ckhf.de , Internet: www.clementine-kinderhospital.de

„Wir stehen unseren Patienten von Anfang an als Ansprechpartner und Ratgeber zur Verfügung und möchten die Familien fit machen in einem eigenverantwortlichen Umgang mit der chronischen Erkrankung Diabetes. So können die Kinder und Jugendlichen und ihre Familien das Diabetesmanagement jeden Tag neu in die Hand nehmen und die Herausforderungen und Hürden, die der Alltag mit Diabetes mit sich bringt, auch meistern“, so Dr. Louisa van den Boom.


von Redaktion Diabetes-Eltern-Journal
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Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 10 (3) Seite 28