Für viele ist es die schönes Zeit des Jahres – und diesmal mit einem der beliebtesten Sportevents überhaupt. Wie wird der amtierende Weltmeister sich diesen Sommer in Russland schlagen? Wer wird der größte Herausforderer, und welche Anekdoten rund um König Fußball wird es geben? Was zum Sommer und zur Weltmeisterschaft unbedingt dazugehört, sind erfrischende Getränke und Leckeres für den Grill. Wir haben da ein paar kulinarische Ideen für Sie.

Es muss nicht unbedingt eine Großveranstaltung mit Public Viewing sein, wenn es um die Spiele der Fußball-WM geht. Dennoch ist es für viele ein willkommener Anlass, mit Freunden, Nachbarn oder der Familie gemeinsam zu schauen. So jubelt es sich einfach besser, die Spannung steigt und Freude über das lang ersehnte Tor wirkt gleich doppelt. Damit die Grillparty zum Fußball-Event von Erfolg gekrönt ist, lohnt es sich, verschiedene Vorbereitungen zu treffen.

Grillen: Wissenschaft für sich

Grillen hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Wie steht es um Ihren Grill? Ist er eingerostet oder stabil und belastbar genug, damit er jetzt regelmäßig zum Einsatz kommen kann? Gab es früher den kleinen Holzkohlegrill, so ist das Angebot heute immens: vom Einweg-Wegwerfprodukt über den kleinen Kugelgrill-Klassiker bis zum multifunktionalen Luxusbrutzler, der locker bis zu 1 000 Euro kosten kann.

Es empfiehlt sich ein Exemplar mit dem GS-Zeichen des TÜV für Geprüfte Sicherheit. Damit sich Grillgut problemlos wenden lässt, ist eine lange Grillzange sinnvoll. Dazu sollten feuerfeste Grillhandschuhe und eine Grillschaufel zur Grundausstattung gehören.

Sommerdrinks mit und ohne Alkohol


Je wärmer es draußen ist, desto mehr sollte getrunken werden – natürlich ohne Alkohol. Mit unseren Vorschlägen bringen Sie Abwechslung ins Trinken und schaffen die empfohlenen zwei Liter bei Hitze spielend.

Alkoholfreie Drinks – selbst gemacht

  • Ausgangsbasis: Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure
  • ohne Blutzuckereinfluss: Zitronen- oder Limettenscheiben, Gurken- und Ingwerscheiben, Minze, Zitronenmelisse, Basilikumblätter oder das ausgekratzte Mark eine Vanilleschote ins Wasser geben
  • Zuckerfreie Flavour-Drops auf Basis von Stevia oder Sucralose gibt es in zahlreichen Geschmacksrichtungen. Ein paar Tropfen ins Wasser geben – schon schmeckt es angenehm süß mit Noten von Früchten, Marzipan, Kaffee oder Kräutern. Flavour-Drops gibt es im Internet und in Shops für Sporternährung.
  • Früchte wie Beeren, Melonen oder Aprikosen peppen Wasser auf, sollten je nach Menge als Kohlenhydrate berücksichtigt werden.
  • Rezept für Gurken-Eistee: Grünen Tee kochen und abkühlen lassen. Zusammen mit Gurkenscheiben und frischer Minze eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Auf Eis servieren und mit Minzblättern dekorieren.

Wie wirkt Alkohol bei Diabetes?

  • Bier, Wein und Co senken den Zuckerspiegel, was besonders wichtig ist für Diabetiker mit Insulinbehandlung und mit Tabletteneinnahme vom Typ Sulfonylharnstoffe oder Glinide.
  • Alkoholbedingte Unterzuckerungen treten meist in der Nacht auf, wenn abends Alkohol getrunken wird.
  • Alkohol aus Bier, Wein etc. blockiert die Zuckerneubildung in der Leber. Das kann 6 bis 36 Stunden danach der Fall sein.
  • Je hochprozentiger der Alkohol ist oder je mehr Gläser getrunken werden, desto größer ist die Unterzuckerungsgefahr.
  • Alkohol in Kombination mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie Brot oder Kartoffeln genießen.
  • Es kann sinnvoll sein, die Insulindosis am Abend und evtl. am nächsten Tag zu reduzieren. Dies sollte mit dem diabetesbehandelnden Arzt besprochen werden.
  • Vor dem Schlafengehen unbedingt Blutzucker noch einmal messen und Alkoholkonsum dazu dokumentieren.

Im Hinblick auf Grillgeschirr für Fleisch, Gemüse und Co empfiehlt es sich, entweder Schalen aus Edelstahl, feuerfester Keramik oder Emaille zu verwenden (passende Tipps dazu finden Sie auf Seite 36 im Lebensmittelcheck zum Thema Aluminium und Grillen).

Viele haben Routine, wenn es ums sachgemäße Brutzeln auf dem Rost geht. Doch der eine oder andere Tipp macht aus einem einfachen Stück Fleisch oder Gemüse etwas ganz Besonderes. Ähnlich wie beim Backofen gilt auch beim Grillen: Vorheizen muss sein.

Wichtig: vorheizen!

Ein Gasgrill braucht etwa 10 Minuten, bis er aufgeheizt ist, beim Holzkohlegrill dauert das schon etwas länger: durchschnittlich 30 bis 40 Minuten, erkennbar daran, dass die Grillkohle komplett von einer grauen Schicht überzogen ist. Zur Vorbereitung gehört auch, den abgekühlten Rost nach jeder Grillsession mit einer Stahlbürste zu reinigen, trocknen zu lassen und kurz vor dem nächsten Einsatz mit wenig hitzestabilem Öl (z. B. Sonnenblumenöl) einzureiben.

Eine besondere Note bekommt jedes Grillgut, wenn Kräuter in die Glut kommen. Weichen Sie dazu zum Beispiel Rosmarin, Thymian, Salbei, Wacholder oder Estragon in Wasser ein, drücken sie leicht aus und legen sie in die Glut. Auf dem Gasgrill können Sie Kräuter in eine feuerfeste Schale mit etwas Wasser geben und unter den Rost stellen. Brennspiritus sollten Sie weglassen: einerseits, weil sich Unfälle vermeiden lassen, andererseits werden die im Spiritus enthaltenen chemischen Aromen ans Grillgut abgegeben, was den Geschmack beeinträchtigt.

Marinieren Sie Fleisch und Fisch am besten vor dem Grillen selbst. Alternativ können Sie erst salzen und würzen, wenn es gar ist – sonst trocknet es auf dem Grill zu schnell aus.

Am besten 2 bis 3 Zentimeter

Ähnlich verhält es sich mit sehr dünnem Fleisch wie Minutenschnitzel oder Ministeak. Am besten ist eine Fleischdicke von mindestens 2 bis 3 Zentimetern, sonst wird es auf dem Grill recht trocken, und wenn nicht die ganze Zeit darauf geachtet wird, verbrennt es. Fertig Gegrilltes sollte direkt runter vom Rost, damit es nicht an Geschmack und Aroma verliert. Um den Überblick auf dem Grill zu behalten, kann es hilfreich sein, alles in Reih und Glied zu sortieren, beispielsweise immer von links nach rechts oder im Uhrzeigersinn.

Das ist besonders praktisch für kleine Grillstücke wie Gemüse, Fisch oder Meeresfrüchte. Damit Fleisch besonders schön zart auf dem Grill wird, sollte in die Marinade etwas Säure – zum Beispiel Essig, Zitronensaft, Buttermilch, Kefir oder Naturjoghurt. Doch nicht nur Fleisch passt auf den Grill: auch Fisch, Gemüse und Obst. Bei Fisch gilt: Je fettärmer er ist, desto schneller wird er auf dem Grill trocken. Gut grillen lassen sich Lachs – wie wäre es dazu mit den Lachsspießen im Rezeptteil, Thunfisch oder Forellen?

Gemüse und Obst für vollendeten Grillgenuss

Fix und fertig mariniertes Fleisch, Grillfackeln, Bauchspeck und Grillwürste sind wahre Fett- und Kalorienbomben. Wenn dann noch fettreiche Saucen auf Mayonnaise-Basis dazukommen, schlägt das aufs Kalorienkonto und Gewicht. Kalorienarme Abwechslung bieten dazu sämtliche Gemüsesorten – und statt eines zuckersüßen Desserts oder Eises einfach mal Wassermelone, Pfirsiche, Pflaumen, Ananas, Aprikosen oder Nektarinen vom Grill.

Besonders raffiniert schmeckt es, wenn beispielsweise halbierte Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen oder Pflaumen mit einem kleinen Stück Zimtstange gespickt sind. Früchte sind auf dem Grill recht schnell fertig, brauchen im Schnitt etwa 10 Minuten, je nach Größe. Gemüse kann bis zu 20 Minuten brauchen, bis es gar ist. Auch das ist von Größe und Dicke abhängig.

Viele Grillmeister meinen, dass ein Schuss Bier zum Ablöschen optimal ist. Falsch gedacht: Durchs plötzliche Löschen mit so viel Flüssigkeit wird die Grillkohle gelöscht und Asche aufgewirbelt. Die kann am Grillgut kleben bleiben – keine besonders leckere und gesunde Aktion. Viel besser ist es, etwas Wasser in eine Sprühflasche zu geben und Flammen damit sanft zu löschen. Das wirbelt keine Asche auf, die am Fleisch, Gemüse oder Obst hängen bleibt. Viel Grillspaß!


von Kirsten Metternich von Wolff
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (6) Seite 72-75