Wer sich für das Glukose-Monitoring-System FreeStyle Libre interessiert, muss nun nicht mehr monatelang darauf warten. Zudem können auch bald Kinder ab 4 Jahren davon profitieren. Unsere Redakteurin Nicole Finkenauer-Ganz hat darüber hinaus viele aktuelle Informationen und interessante Links zusammengetragen.

Wie der Blog sugartweaks meldet, kann das Glukosemesssystem Freestyle Libre ab sofort umgehend im Webshop des Herstellers bestellt und bezogen werden. Bislang konnte man sich an selber Stelle zwar bereits registrieren, aufgrund der riesigen Nachfrage dauerte es aber teilweise monatelang, bis das Messsystem tatsächlich geliefert werden konnte. Zudem wurde das Bestell-Limit für die Sensoren erhöht: Konnte man bislang maximal zwei Sensoren pro Bestellung beziehen, ist es nun möglich, bis zu 6 FreeStyle Libre-Sensoren zu bestellen.

Darüber hinaus berichtet diabetes-kids.de, dass das Freestyle Libre auch bald für Kinder ab 4 Jahren zugelassen wird. Diese Informationen seien zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber verlässlich, heißt es auf dem Online-Portal.


Anfang Oktober 2014 wurde das Glukose-Messsystem FreeStyle Libre des Unternehmens Abbott vorgestellt. Das System besteht aus einem Sensor, der am Oberarm sitzt und alle 14 Tage gewechselt werden muss und einem Scanner (Reader/Lesegerät), mit dem man die Werte ausliest, indem man damit über den Sensor fährt. Kurz gesagt: FreeStyle Libre macht eine Glukosemessung ohne Piks möglich, und es ist kein Wunder, dass sehr viele Menschen mit Diabetes dieses System nutzen möchten.

Das wirft aber eine wichtige Frage auf: Wer zahlt? Der Reader kostet 59,90 Euro, jeder Sensor ebenfalls 59,90 Euro, das Startpaket mit dem Lesegerät und zwei Sensoren 169,90 Euro. Die Krankenkassen erstatten die Kosten nicht. Oder doch? Einige Kassen übernehmen die Kosten – oder zumindest einen Teil davon. Welche Kasse die Kosten erstattet und welche nicht, kann sich ändern und für die Versicherten auch an Bedingungen geknüpft sein.

Die Autoren des Diabetes-Journals, des Diabetes-Forums (Zeitschrift für Diabetesberaterinnen und Diabetologen) und der Blood Sugar Lounge haben in den vergangenen Monaten immer wieder über FreeStyle Libre berichtet: Was kann dieses Messsystem? Welche Kassen zahlen? Gibt es auch Probleme in der Anwendung oder ist alles einfach nur toll?

  • Die Basics: Günter Nuber, Chefredakteur des Diabetes-Journals, war auf der Einführungs-Pressekonferenz im Oktober 2014 in Hamburg. In seinem Artikel beschreibt er klar und knapp, was das FreeStyle Libre-System ausmacht, was es kann, wer es benutzen darf, wo man es bekommt …
  • Der Standpunkt der DDG:Für das Diabetes-Forum hat Angela Monecke, Expertin für Gesundheitspolitik, im Frühjahr 2015 einen Artikel über das "FreeStyle Libre"-System geschrieben. Darin geht es um Lieferprobleme, um die Kostenübernahme durch die Kassen und die Meinung der medizinischen Fachgesellschaft DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft).
  • Kostenübernahme und rechtliche Lage: Ganz aktuell berichtet Antje Thiel, Wissenschaftsjournalistin, Typ-1-Diabetikerin und Redakteurin bei der Blood Sugar Lounge, wie es derzeit um die Erstattung durch die Krankenkassen steht. Sie erklärt außerdem die derzeitige rechtliche Lage, die durch eine Entscheidung des Bundessozialgerichts im Juli 2015 bestimmt wird.
  • Zahlen die BKKs? Etwas älter (vom November 2015) ist dieser Artikel von Antje Thiel in der Blood Sugar Lounge. Auch hier geht es um die Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Achtung: Die Übernahme von Kosten durch die Techniker Krankenkasse ist nicht mehr aktuell, wie der Artikel von Antje Thiel vom Januar zeigt (siehe oben). Aber sie wirft hier einen genauen Blick auf die Situation bei den Betriebskrankenkassen – ein guter Hinweis für viele dort Versicherten, dass es sich lohnt, nachzufragen.
  • Kostenerstattung allgemein: Wer sich allgemein über die Kostenerstattung für Hilfsmittel informieren möchte, bekommt im Artikel von Rechtsanwalt Oliver Ebert, Experte für alle rechtlichen Aspekte rund um den Diabetes und Autor des Diabetes-Journals, einen umfassenden Überblick.
  • Das erste Jahr mit dem FreeStyle Libre: Seit über einem Jahr nutzt Stephanie Haak, Leserredakteurin der Blood Sugar Lounge, das FreeStyle Libre. In ihrem eigenen Blog beschreibt sie ausführlich, welche Erfahrungen sie damit gemacht hat. Auch ein Video, wie sich selbst den Sensor setzt, hat sie in diesem Beitrag veröffentlicht.
  • Irritationen Die meisten Nutzer sind vom FreeStyle Libre begeistert. Allerdings kann es auch Probleme geben, denn dass der Sensor 14 Tage lang auf der Haut bleibt, verträgt nicht jeder gut. Auch Sascha Stiefeling, Redakteur in der Blood Sugar Lounge, machten Hautirritationen zu schaffen – und er hat einiges ausprobiert, um sie zumindest abzumildern. Lesen Sie seine Erfahrungsberichte hier und hier.

Alles gut? Immer wieder gab es beim FreeStyle Libre-Anbieter Abbott (in der Zwischenzeit behobene) Lieferengpässe – das Unternehmen hatte mit der riesigen Nachfrage nicht gerechnet. Schnell tauchten auf Ebay Angebote von privat auf. Dazu hat Dr. Katrin Kraatz, Redakteurin beim Diabetes-Journal und selbst Nutzerin des FreeStyle Libre, eine klare Meinung.


von Nicole Finkenauer-Ganz / Redaktion Diabetes-Journal
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