Diabetologisch tätige Ärzte sind Digitalisierung und Technologie gegenüber aufgeschlossen und gehen davon aus, dass beide der Diabetologie wichtige Impulse geben – das zeigt eine Umfrage unter über 400 Ärzten. Sie erwarten mehr Patientensicherheit und Behandlungsqualität, fürchten aber auch hohe Investitionskosten und rechtliche Unsicherheiten.

Fast 80 Prozent der 422 diabetologisch tätigen Ärzte, die an einer Umfrage im Rahmen des Digitalisierungs- und Technologiereports Diabetes (D.U.T) teilgenommen haben, stehen der Digitalisierung positiv oder sehr positiv gegenüber.

Diese Themenfelder sind den Ärzten besonders wichtig

Besonders wichtig sind den befragten Ärzten dabei die Themenfelder „Software zur Analyse von Glukosedaten“, „Kompatibilität mit anderen Systemen“ (konkret: die Überwindung von Interoperabilitätsproblemen) und „Systeme zur Unterstützung der Patienten bei Therapieentscheidungen“.

Aber welche Vor- und Nachteile erwarten die Ärzte von einer voranschreitenden Digitalisierung in der Diabetologie? Auch danach wurde in der Umfrage für den D.U.T gefragt.

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Fazit: Die meisten Vorteile der Digitalisierung werden für den Patienten im Sinne einer besseren, sichereren und eigenständigeren Therapie gesehen. Weniger die Auswirkungen auf das Verhältnis zu den Patienten als hohe Kosten und ungeklärte rechtliche Fragen sehen die befragten Ärzte als die wichtigsten Nachteile.

Diabetologen sehen mehr Vor- als Nachteile

Deutlich wird in den Antworten auf die Fragen nach den Vor- und Nachteilen nochmals die grundsätzlich positive Einstellung der Diabetologen zur Digitalisierung. Bei keiner der zur Auswahl stehenden Aspekte überwog die Antwort „kein Vorteil“. Als die drei wichtigsten Vorteile der Digitalisierung sehen die Diabetologen die Möglichkeit, die Therapiesicherheit zu verbessern (z. B. durch die Verhinderung von Unter- und Überzuckerungen), die Qualität der Behandlung zu steigern und bei Therapieentscheidungen unterstützt zu werden.

Nach den Nachteilen gefragt, nennen die Diabetologen an erster Stelle die hohen Investitionskosten. Auch mögliche rechtliche Unsicherheiten und Probleme mit dem Datenschutz werden befürchtet. Weniger ausgeprägt ist die Sorge, dass durch die Digitalisierung der Arzt ersetzt wird oder das Arzt-Patienten-Verhältnis leidet.

Die Umfrage unter 422 diabetologisch tätigen Ärzten

Erstmals zeigt eine wissenschaftlich geleitete Umfrage, inwieweit digitale Anwendungen in Deutschland schon in der klinischen Praxis angewandt werden und wie Diabetologen gegenüber der Digitalisierung eingestellt sind. Teilgenommen haben 422 Ärzte, die diabetologisch tätig sind.

Durchgeführt wurde die Befragung vom Forschungsinstitut der Diabetes Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsboard Digitalisierung der Berlin-Chemie AG und mit Unterstützung des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen (BVND) und des Verbandes der niedergelassenen Diabetologen Niedersachsen (VNDN).

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes

Der erste Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) ist Anfang 2019 erschienen. Darin beschreiben die Autoren die wichtigsten Fakten und Entwicklungstrends von zehn verschiedenen Aspekten der Digitalisierung und Technologisierung in der Diabetologie.

Durch die Beiträge wird deutlich, auf wie vielen und unterschiedlichen Ebenen Digitalisierung und Technologie mittlerweile in die Diabetestherapie eingreifen. Die Artikel sollen helfen, praxistaugliche Lösungen zu finden, die künftig zu einer modernen und patientenorientierten Diabetologie gehören können. Zudem ist die eingehende Analyse der Umfrageergebnisse ein Teil des D.U.T.

Künftig soll der Report mit seiner Kombination aus Umfrageergebnissen und Fachbeiträgen jährlich erscheinen, um Trends abbilden zu können. Die Umfragen für den D.U.T-Report 2020 laufen bereits: Wie beim ersten D.U.T-Report können auch für den D.U.T 2020 diabetologisch tätige Ärzte an einer Umfrage teilnehmen.

Dieses Jahr findet auch eine Patientenbefragung statt

Erstmals werden über einen bis 15. Oktober 2019 freigeschalteten Online-Fragebogen auch Patienten nach ihrer Meinung zur Digitalisierung in der Diabetologie befragt. Außer den bisherigen Partnern hat für die neue Befragung auch der Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD) seine Unterstützung zugesagt.

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) erscheint im Kirchheim-Verlag, die Herausgeber sind Prof. Dr. Bernhard Kulzer und Prof. Dr. Lutz Heinemann. Unterstützt wurde der D.U.T von der Berlin-Chemie AG mit seinem Zukunftsboard Digitalisierung (zd), mit dem das Unternehmen zusammen mit führenden Experten den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie aktiv vorantreiben will.

Die neun Mitglieder des Zukunftsboards Digitalisierung bilden zusammen mit weiteren Experten zudem die Jury für den bytes4diabetes-Award, der 2020 zum ersten Mal vergeben wird. Bewerbungen sind bis 30. September 2019 möglich.

D.U.T

Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes ist erhältlich über das Unternehmen Berlin-Chemie und in digitaler Form auf der Website dut-report.de.


Quelle: Kirchheim-Verlag
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