Es gibt Menschen, die sind wie eine Institution. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass es diese Institution einmal nicht mehr in der bisherigen Form geben wird. Dies muss nun auch Prof. Dr. Thomas Haak erfahren – und mit ihm das gesamte Team des Diabetes-Journals – denn sein langjähriger Co-Chefredakteur Günter Nuber wird beruflich neue wege gehen.

Es hat sicher jeder schon einmal erlebt, dass man von Arbeitskollegen oder langjährigen Weggefährten verlassen wird. Dies geschieht, weil die Kollegen in den wohlverdienten Ruhestand gehen oder weil sich an anderer Stelle für sie neue Perspektiven eröffnen. Zurück bleibt man oft alleine und denkt sich: Wie soll es jetzt wohl weitergehen? Über viele Jahre hat man hervorragend zusammengearbeitet und dabei viel Freude an der gemeinsamen Sache erlebt. Und nun endet dieses jahrelange gute Miteinander?

Das erfüllt einen schon mit einer gehörigen Portion Traurigkeit. Andererseits freut man sich für den anderen, dass er sich jetzt mit Schwung und Elan einer interessanten neuen Aufgabe widmen wird. Und das wiederum ist aus meinem Blickwinkel auch ein ganz schönes Gefühl.

Ein gutes Gespann über mehr als ein Jahrzehnt

Wenn man in Ruhe über solche Situationen nachdenkt, kann man sich natürlich trösten mit altbekannten Sprüchen wie: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“ ...  oder so ähnlich. Allerdings ist in meinem Falle Günter nun einmal keine Tür: Günter Nuber ist für mich der Inbegriff des Journalisten, der nicht nur gut schreiben, sondern vor allen Dingen auch gut medizinisch denken kann. Zusammen waren wir über mehr als ein Jahrzehnt ein gutes Gespann als Chefredakteure und haben uns hervorragend ergänzt. Wir waren zwar nicht immer einer Meinung, aber wir haben immer eine gemeinsame Lösung gefunden.

Ich erinnere mich an viele Redaktionskonferenzen, die nach einem harten Tag Arbeit immer wunderbar an der Bar ausgeklungen sind. Dabei habe ich mich mit ihm immer ein wenig wie Seelenverwandte gefühlt, denn eine Sache verband uns ganz besonders: Das war, eine gute Arbeit für das Diabetes-Journal zu machen. Wenn ich so zurückblicke, glaube ich, dass dies uns beiden mit der Hilfe all unserer Redakteur/innen und Mitarbeiter/innen gut gelungen ist. Wir sind dabei auch durch stürmische Zeiten gegangen, aber immer wieder mit unserem großen Schiff namens Diabetes-Journal sicher in den Hafen eingefahren.

Für Günter Nuber heißt es nun: Auf zu neuen Ufern

Ab jetzt wird Günter Nuber in eine andere Richtung segeln. Ich wünsche ihm dabei viel Glück und viel berufliche Erfüllung. Und natürlich wünsche ich ihm auch jeden Tag Freude bei der Arbeit, so wie wir dies die letzten Jahre hatten.

So wie wir alle in der Redaktion ihres Diabetes- Journals Günter vermissen werden, so sehr dürfen Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch daran glauben, dass wir einen würdigen Nachfolger/eine würdige Nachfolgerin für ihn haben werden. Und vielleicht bewahrheitet sich wieder die alte Weisheit, dass es keinen Nachteil ohne (zumindest kleinen) Vorteil gibt. In jedem Falle dürfen Sie darauf vertrauen, dass das Team des Diabetes-Journals alles tun wird, um auch weiterhin mit jeder Ausgabe noch informativer und unterhaltsamer zu werden.

In diesem Sinne – bye-bye, Günter …


Autor:
Prof. Dr. Thomas Haak
Chefredakteur Diabetes-Journal
Chefarzt Diabetes Zentrum Mergentheim
Theodor-Klotzbücher-Straße 12
97980 Bad Mergentheim


Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (8) Seite 46