Auch nach 15 Jahren zähme ich meinen Diabetes immer noch ohne Medikamente. Aber nur, weil ich meine Werte regelmäßig checke.

Seit 15 Jahren gibt es die Lauber-Methode. Seit 15 Jahren gibt es Messen. Essen. Laufen, um den Lifestyle-Diabetes ohne Medikamente zu besiegen. Seit 15 Jahren können viele tausend Diabetiker mit meiner Methode ihren Zucker zähmen. „Aber wie sieht es bei ihnen aus, wirkt die Methode noch?“, fragen mich viele. Um die Frage fundiert zu beantworten, ließ ich mich bei dem Mindener Diabetologen Dr. med. Meinolf Behrens in seiner Schwerpunktpraxis umfassend untersuchen.

© Meinolf Behrens
Empfiehlt und lebt Prävention: Dr. Meinolf Behrens

Warum gerade dort? Aus zwei Gründen: Zum einen „lebt“ der dynamische Arzt Prävention leidenschaftlich, fährt mit dem Rad zur Arbeit, joggt regelmäßig, geht ins Fitness-Studie, engagiert sich vorbildlich für Diabetes und Sport in den Berufsverbänden. Zum anderen haben wir vor Jahren gemeinsam das Buch „ZUCKER ZÄHMEN“ geschrieben, ein Standardwerk für den Typ-2-Diabetes, wo von der Vorbeugung, über die Vitalstoffe bis zu den Medikamenten alle Facetten dieser Volkskrankheit behandelt werden.

„Ziemlich beste Werte“


Auf einen einfachen Nenner lassen sich die vielen Untersuchungen bringen: „Ziemlich beste Werte“. So sind etwa die Leberwerte top, bewegt sich die gefürchtete Harnsäure in schicklichen Bahnen, ist der Albuminspiegel nicht erhöht, was auf eine gute Nierenfunktion hinweist. Vor allem sind aber die Werte rund um in den Diabetes in Ordnung, was ich nachfolgend detaillierter beleuchte. Auch um Sie zu ermuntern, den Diabetes weniger als eine Last zu sehen. Vielmehr will ich Ihre Lust wecken, selbst aktiv zu werden.

Zuckerstoffwechsel: 6,1 Prozent!

Der wichtigste Wert für mich: Wie entwickelt sich der Langzeitwert HbA1c, der Auskunft über den Blutzucker in den vergangenen rund acht Wochen gibt. Da überraschte mich Dr. Behrens mit einer besonders frohen Botschaft: Bei 6,1 Prozent liegt dieser Wert – und damit sogar leicht unter dem Wert von vor einem Jahr. Und vor allem deutlich unter dem empfohlenen Richtwert von 7,5 Prozent. Wobei neuere Untersuchungen sogar nahelegen, dass in meinem Alter von dem Wert noch einmal rund 0,5 Prozent abgezogen werden können.

Mich überraschen diese Ergebnisse nicht, denn in den Wochen vor der Messung habe ich meinen Zucker mit Hilfe eines Geräts kontrolliert, das über einen längeren Zeitraum rund um die Uhr die Werte misst, nämlich das Freestyle Libre von Abbott. Damit konnte ich präzise sehen, was den Blutzucker in der Balance hält und was nicht. So merkte ich etwa, dass eine überreife Banane die Werte in die Höhe schießen lässt, während ein Vollkornbrot kaum eine Erhöhung mit sich bringt. Ich kann allen, die eigenverantwortlich ihren Lifestyle (Typ-2)-Diabetes ohne Medikamente oder mit weniger Tabletten bezwingen wollen, nur raten, wenigstens zeitweise einmal ein solches Gerät auszuprobieren. Es vermittelt ein wunderbares Gefühl dafür, was im eigenen Körper passiert.

Selbstverständlich ist es übrigens nicht, dass ich nun seit über 15 Jahren ohne Medikamente meinen Diabetes im Griff habe. Denn ich habe wohl keinen „reinen“ Typ-2-Diabetes, sondern eher eine Unterform, die aber offensichtlich auf eine Änderung des Lebensstils sehr gut anspricht. Weil ich das weiß, messe ich eben regelmäßig – und richte mein Leben nach diesen Werten aus, etwa indem praktisch fast jeden Tag jogge und inzwischen auch regelmäßig ins Fitness-Studio gehe.

Vitalstoffe: Kleine Defizite

Häufig unterschätzt: Die Rolle von Vitaminen und Mineralstoffen für eine gute Diabetes-Einstellung. Wie wichtig diese kleinen Helferlein sind, habe ich durch den Arzt und Apotheker Dr. med. Siegfried Schlett gelernt, der für „ZUCKER ZÄHMEN“ das entsprechende Kapitel erarbeitet hat. So gibt es beispielsweise das „Zuckervitamin“ B1, das hilft die Folgen des bei Diabetikern häufigeren Herzinfarktes zu mildern. Ganz wichtig ist auch das Spurenelement Zink, dessen Fehlen die Neubildung und die Wirkung des Hormons Insulin einschränkt.

Wie steht es nun um meine Vitalstoffversorgung? Die ist erfreulich positiv – mit zwei Ausnahmen: So habe ich etwas zu wenig Vitamin D3, ein Hormon-ähnliches Vitamin, das unerlässlich für eine gute Diabetes-Einstellung ist. Außerdem liegt mein Zinkspiegel am unteren Rand der Empfehlungen. Gerade eine gute Zinkversorgung ist aber wichtig, um die bei Diabetikern oft schlecht heilenden Wunden besser zu schließen. Vitamin D3 und Zink supplementiere ich nun seit einiger Zeit – und habe das Gefühl, dass mir das gut tut.

Cholesterin: „Blander Befund“

Ein ganz besorgtes Gesicht macht Dr. Behrens, als er meine Cholesterinwerte sieht: Denn da ist das „schlechte“ LDL deutlich überhöht, allerdings ist auch das „gute“ HDL doppelt so hoch wie erforderlich. Was nun tun? Im Raum stand eine klassische Therapie mit Cholesterin senkenden Statinen. Ich schlage Dr. Behrens einen anderen Weg vor. Rund sechs Wochen lang wollte ich aktiv versuchen, das LDL zu senken, etwa durch Grapefruit, Algenpräparate, vermehrte Bewegung. Der Weg funktionierte, bei der nächsten Messung waren die Werte wieder im grünen Bereich.

Um aber ganz sicher zu gehen, dass keine gefährlichen Ablagerungen in den Gefäßen sind, ließ ich bei einer Radiologin die Halsschlagader, die Arteria carotis, untersuchen. Gottseidank waren die Gefäße „blitzblank“, was in der Sprache der Ärzte „blander Befund“ heißt – und bedeutet: Alles in Ordnung!

Weil mich das von Medizinern unterschiedlich diskutierte Cholesterin-Thema interessiert, recherchierte ich eine große Geschichte darüber, die Sie hier nachlesen können.

Entzündungsparameter: Keine

Sie spielen eine immer bedeutendere Rolle in der Medizin: Chronische Entzündungen. Inzwischen gelten sie auch als eine wichtige Ursache für Diabetes – und selbst mit dem Krebs werden die Inflammationen in Verbindung gebracht. Einen Hinweis auf solche Entzündungen liefert der CRP-Wert, ein Eiweißstoff, dessen Spiegel etwa bei Infektionen steigt. Bei mir liegt dieser Wert unterhalb der Nachweisgrenze – und damit im optimalen Bereich.

Entzündungsneutralität Aber ich wollte es noch genauer wissen – und ließ mir von der Firma „Omega San“ eine Fettsäureanalyse anfertigen. Dabei werden anhand einer selbst entnommenen Blutprobe 26 Fettsäuren gemessen, was rund 99 Prozent aller Fettsäuren im Körper entspricht. Auch dieses Ergebnis ist sehr erfreulich, denn in der Auswertung heißt es: „Gratuliere! Der Wert von 2,1 : 1 stellt ein ausgeglichenes Omega 6/3-Verhältnis dar – und dieses Verhältnis gilt als ein Faktor für stille Entzündungen im Körper. Bei einer nahezu ausgeglichenen Verhältniszahl geht man von einer Entzündungsneutralität aus“.

Wie habe ich diesen tollen Wert erreicht? Vor allem wohl durch meinen regelmäßigen Verzehr von fetten Fischen wie Hering, Makrele und Thunfisch – plus das gesunde Fischöl von Omega San.

Fitness: Mehr Arm-Muckis

Zufrieden bin ich mit meiner körperlichen Verfassung. Seit über zehn Jahren wiege ich immer um die 69 Kilo, liegt mein Body-Mass-Index ideal bei 23. Selbst der bei meinen Altersgenossen häufig zu sehende Bierbauch stellt sich auch mit bald 69 nicht ein – trotz meiner Freude am Gerstensaft. Aber wie sieht es nun mit der Verteilung des Körperfetts bei mir aus?

Die misst Meinolf Behrens mit einer speziellen Waage – und kommt auch hier zu dem Ergebnis: „Alles im grünen Bereich“. Allerdings merkt der Sportmediziner an, dass bei mir die Muckis etwas ungleich gewichtet sind: Als passionierter Läufer und Radfahrer habe ich eine sehr ausgeprägte Beinmuskulatur, während die Arme und Oberkörper vergleichsweise mickrig daherkommen. Hier empfiehlt Dr. Behrens ein gezieltes Krafttraining. Wird gemacht, Herr Doktor, höchste Zeit, wieder häufiger ins Kieser Training zu gehen!

Blutdruck: Schwankend

Klingt ja alles fast schon zu gesund. Aber natürlich sind das immer nur Momentaufnahmen. Das merke ich bei der Blutdruckmessung, die bei mir auch sehr unterschiedlich ausfallen kann: Da misst Dr. Behrens einmal perfekte 128/76 bei einem Puls von 68. Aber ein andermal ist der Wert in einer Klinik, wo ich eine Geschichte recherchiere, wieder höher – wobei es bei mir wohl auch einen ausgesprochenen „Weißkitteleffekt“ gibt. Womit gemeint ist, dass der Anblick eines Arztes schon den Blutdruck steigen lässt.

Allerdings neige ich auch gerne dazu, vorschnell in die Luft zu gehen, was natürlich nicht gesund ist. Also heißt es, das Leben etwas ruhiger anzugehen, denn ein zu hoher Blutdruck ist ein Risikofaktor, mit dem nicht zu spaßen ist.

Fazit: Mein Lebensstil wirkt sich sehr positiv auf meine Gesundheit aus. Wobei ich natürlich weiß, dass ich mir diese Gesundheit immer wieder täglich neu erarbeiten muss!

So werden auch Sie „Lauber-fit“!

Was ist das Geheimnis meines Erfolgs? Viele denken, der Lauber nimmt irgendein „Wundermittel“. Das gibt es nicht. Vielmehr ist es ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen, die ich mir zusammen mit Ärzten über Jahre erarbeitet habe. Das sind die drei wichtigsten Bausteine:

Motivierend Messen

Wie seit 15 Jahren messe ich immer noch täglich morgens den Blutzucker. Diese Statusmeldung ist der Leitfaden für mein Handeln. So strebe ich immer einen Nüchternwert um die 100 mg/dl an. Überschreite ich diese Schwelle an mehreren Tagen hintereinander, reagiere ich – meide alles Süße, bewege mich deutlich mehr. Wobei ich die Werte nie als Bedrohung sehe, sondern als Motivation aktiv zu werden.

Echt Essen

Es sind wenige, aber wirksame Grundsätze, die mein Essverhalten prägen: Das Frühstück ist enorm wichtig; je später der Abend, desto geringer die Portionen; Süßes nur in Maßen und manchmal auch gar nicht; die Jahreszeit deckt den Tisch, also Erdbeeren zur Erdbeerzeit bei uns, Tomaten zur Tomatenzeit – und sonst nicht; Salat, Gemüse und ballaststoffreiche Vollkornprodukte sind meine Basisnahrung; frischen Fisch verzehre ich so oft es geht, Wurst kaum noch und wenn Fleisch, dann das Beste. Ohne dogmatisch zu werden, achte ich auf „Echte“ Lebensmittel, genieße also praktisch nur ökologische Ware.

Kräuter und Heilpflanzen spielen eine wichtige Rolle für mich – und ich habe inzwischen in Basel, Frankfurt und Lübeck jeweils einen „Lauber's Diabetes Garten“. Dort wachsen Pflanzen, die schlank machen, wie etwa Topinambur; Pflanzen, die Entzündungen dämpfen, wie etwa Brennesseln; Pflanzen, die das Insulin besser wirken lassen, wie etwa Bockshornklee. Eine Übersicht der 50 natürlichen Blutzucker-Balancierer bietet das Buch „Mein Diabetes Garten“.

Lustvoll Laufen

Ich wage die Behauptung: Ohne die „Naturmedizin Bewegung“ hätte ich nie und nimmer meinen Diabetes so lange im Stadium der Disposition halten können, würde ich längst Medikamente nehmen müssen. Wie wahr diese Behauptung ist, habe ich jüngst wieder erlebt, wo ich nach einem schweren Sturz mit einer tiefen Wunde am Bein mich kaum bewegen konnte – prompt stiegen die Blutzuckerwerte an. Kaum konnte ich wieder „auf die Piste“, war gleich wieder alles gut.

„Täglich bewegen, das schaffe ich nicht“, sagen viele. Dabei ist das gar nicht so schwer. Ich habe seit Jahren kein Auto mehr, erledige alles in der Stadt mit dem Rad, laufe jede Treppe, die ich finde – und immer achte ich darauf, dass mir das Ganze Spaß macht: „Laufen mit einem Lächeln“, lautet meine Devise.

„ZUCKER ZÄHMEN“: Alles, was Sie über Typ-2-Diabetes wissen müssen

Ihnen schwirrt der Kopf vor lauter Tipps? Dann empfehle ich Ihnen das gemeinsam mit Dr. Behrens verfasste Buch „ZUCKER ZÄHMEN“. Dort lernen Sie im Kapitel „Messen“, wie sich die vielen Messverfahren einschätzen lassen – und wie grenzwertig manche Grenzwerte auch sind. Dort lernen Sie im Kapitel „Essen“, welche Lebensmittel empfehlenswert sind – und dass trockener Wein ein veritabler Blutzuckersenker ist. Dort lernen Sie im Kapitel „Laufen“, wie sich die „Kraftwerke“ Ihres Körpers aktivieren lassen – und Sie erfahren, dass Fitte gerne auch etwas beleibter sein dürfen.

Medikamentenübersicht Ach, so, Sie haben gar keine Lust auf gesundes Essen, gar Bewegung. Auch dann ist „ZUCKER ZÄHMEN“ höchst hilfreich. Denn das Buch bietet bis heute die beste Übersicht, wie alle wichtigen Diabetes-Medikamente (einschließlich Insulin) wirken – und wie sie natürlich auch nebenwirken. Wie etwa manche Pillen dick machen oder gefährliche Unterzuckerungen auslösen können.

„ZUCKER ZÄHMEN“ verbindet in einmaliger Weise Schulmedizin mit Naturheilkunde, etwa in den großen Kapiteln über Heilpflanzen und Vitalstoffen. Aber das Buch moralisiert nicht, es bietet die Grundlagen für eigene Entscheidungen.

Dass es übrigens nie zu spät ist, den eigenverantwortlichen Weg unter dem weitgehenden Verzicht auf Diabetes-Medikamente zu gehen, hat jüngst der Düsseldorfer Diabetologe Prof. Stephan Martin in einer Studie nachgewiesen. Dort ist es gelungen, dass selbst Leute, die jahrelang Insulin gespritzt haben, ihren Diabetes durch eine Änderung des Lebensstils teilweise ohne Medikamente wieder in den Griff bekommen haben.

Lauber-Methode auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt

Wesentliche Bestandteile dieser Lebensstiländerung sind auch Komponenten meiner Methode. Und so schließt sich der Kreis durch die Aussage von Prof. Martin: „Das was Sie seit 15 Jahren mit der Lauber-Methode erarbeitet haben, ist durch die Studie auf eine valide wissenschaftliche Grundlage gestellt worden“.

Klingt doch gut, oder? Jetzt müssen Sie nur noch anfangen!


von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
Website: www.lauber-methode.de


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